Paradieslandschaften wurden plötzlich zur Hölle. Hunderttausende von Toten und Vermißten. Unter ihnen Tausende und Abertausende Kinder, die fröhlich am Strand oder zu Hause spielten. Weitere Zehntausende wurden plötzlich zu Waisen. Wer war da schon nicht gerührt beim Anblick der Verwüstungen, die der Tsunami an den Küsten des Indischen Ozeans hinterlassen hat. Weltweit entstand eine Solidarität und Hilfsbereitschaft ohne gleichen. Es zeigte, daß die Menschen noch mitfühlen können, wenn ihresgleichen in Not geraten. Wenigstens dann, wenn sie unter dem Schock der Bilder der Katastrophe stehen.
Und dennoch...
In Deutschland, in unserer Nähe, wird alle zwei Minuten ein ungeborenes Kind durch Abtreibung umgebracht. Abtreibung, die so viel Opfer pro Jahr fordert wie ein Tsunami. Genau so viel? Nein, das doppelte, denn die Mutter wird ebenfalls zum Opfer in der Folge.
Und das geht schon 30 Jahre so!
Doch das Fernsehen zeigt hiervon keine Bilder. Es weigert sich z.B. den ?Stummen Schrei? von Dr. Bernard Nathanson zu zeigen, in dem man auf Ultraschallaufnahmen sieht, wie das Kind im Mutterleib, nicht einer zwanzig Meter hohen Meereswelle, sondern den grausamen tödlichen Geräten des Abtreibers entfliehen will.
Die verborgene Wirklichkeit der Abtreibung
Frauen, die auch noch Jahre unter den psychischen Folgen einer Abtreibung leiden, die in den meisten Fällen ihnen von ihrer Umgebung aufgezwungen wurde, werden zu ?Talkshows? nicht eingeladen. Von dieser Gewalt hier bei uns wird nicht gesprochen. Zu den ?Talkshows? werden auch keine Mediziner oder Helfer eingeladen, die dem Abtreibungsgewerbe angehörten, die den Hintergrund des Systems kennengelernt haben, und dem Ganzen überdrüssig geworden und letztlich aus dem System ausgestiegen sind.
Den großen Medien fällt es gar nicht ein, Zeugnisse über die Grausamkeit der Katastrophe Abtreibung zu veröffentlichen. Da gibt es z.B. eine Arztassistentin in den USA, die berichtete kürzlich, was sie mit ihren eigenen Augen vier mal in der Woche ansehen mußte. Sie kündigte ihre Stelle an der ?Ärztlichen Klinik für die Frau von heute?, eine private Abtreibungsklinik in Chula Vista in Kalifornien, wo sie seit 2002, als sie ihr Berufsdiplom erhielt, tätig war:
?In der 12. Schwangerschaft, schreibt sie, holt der Arzt das Baby mit der Geburtszange stückweise zerrissen aus dem Mutterleib. Er untersucht jedes Teil und legt es in eine Schale ab. Wenn er fertig war, mußte ich die Schale leeren. Wir trennten die Fleischstücke vom Blut. Die Fleischstücke wurden dann ins Labor gebracht.
Es ist erstaunlich wie diese Stückchen schon definierte Formen haben. Sie können gar nicht glauben, was Sie da sehen: Perfekte kleine Händchen, kleiner als die Hände einer Barbiepuppe. Sie können die Eingeweide sehen, kleine Schulterblätter, das kleine Gesichtchen und der völlig zerquetschte kleine Kopf. An den Stücken können Sie sagen ob das Baby ein Junge oder Mädchen war.
Der Anblick dieser Fleischstücke in der Schale machte mich sehr traurig. Es war sehr hart für mich, dies alles zu tun. Zu sehen wie Teile auch auf den Boden fielen oder ein Füßchen von einem Instrument loszulösen. Eine Frau, die hier arbeitete, erzählte mir, daß sie einmal zu Hause ankam und fand an ihrer Bluse ein kleines Füßchen, das am Schulterteil kleben geblieben ist. Sie hatte gar nichts gemerkt, bis ihr Mann sie darauf aufmerksam gemacht hatte.?
Dieser Bericht, den die junge Assistentin verfaßte, als sie noch in der Klinik tätig war, wurde in der Januarausgabe der katholischen Monatsschrift San Diego Notes veröffentlicht.
Dies sind Erfahrungen, die bekannt gemacht werden müssen. Doch die Medien stellen ihren Raum lieber den Vertretern der verantwortlichen Elternschaft zur Verfügung, die die Wirklichkeit verbergen.
Ja, es gibt eine Verschwörung des Schweigens über die Abtreibung, was der Mehrheit der Bevölkerung die Möglichkeit verwehrt, sich dieser menschlichen Katastrophe in unserer Gesellschaft bewußt zu werden und Anteilnahme zu zeigen. Hier geht es nicht um eine unvermeidbare Naturkatastrophe, wie ein Meeresbeben, sondern um eine künstlich und absichtlich hervorgebrachte Katastrophe, wie es die vorsätzliche Tötung eines ungeborenen Menschen ist.
Das Schweigen muß gebrochen werden
Es unbedingt notwendig, daß eine Bewegung des Mitleids und der Empörung die Tribünen der Parlamente und der Medien stürmt bis hin zu den Macht- und Entscheidungszentren. Dieses Massaker der Unschuldigen muß ein Ende haben.
9 000 000 Opfer belasten in Deutschland das Gewissen all derer, die aktiv und passiv, direkt und indirekt während 30 Jahre an dieser vorsätzlichen Tötung von Menschen beteiligt waren.
Zu diesen Opfern kommen noch hinzu die unzähligen Frauen, die von ihrer Umgebung zur Abtreibung gezwungen wurden: durch einen unverantwortlichen Partner, eine verständnislose Familie, eine ?engagierte? Sozialberaterin oder einen gewissenslosen Arzt.
Es sind Opfer in unsere Nähe, denen geholfen werden muß.
Begrüßen wir die enorme Hilfsbereitschaft gegenüber das tragische Schicksal der Opfer des Tsunamis.
Doch setzen wir uns engagiert ein in diesem Jahr 2005, damit Deutschland sich bewußt wird, daß hierzulande eine viel mörderische Springflut und außerdem empörende, weil absichtlich verursacht, uns tagtäglich auf Tropfenzählerart trifft:
Ein Opfer alle zwei Minuten.
(Aus ?Les nouvelles de Droit de naître? Februar 2005, Übers. BH)